Anwendung des Colormanagementes

Der beschleunigte Wandel in unserer Welt und der Bedarf an immer genaueren Farbreproduzierung machen die Benutzung eines entsprechend eingestellten und kalibrierten Farbmanagamentes zwischen Aufraggeber und Druckerei unerlässlich. Die Interoperabilität der verschiedenen Software-Systeme und der verschiedenen Technologien wird im Falle der Farben durch ein auf ICC-Farbprofilen basierendes Verfahren sichergestellt.

Verwendung von ICC-Farbprofilen

Die Farbprofile beschreiben praktisch das chromatische Verhalten der zur Farbreproduktion benützten Mittel (Kamera, Monitor, Drucker, Druckmaschine). Sie ermöglichen zur gleichen Zeit die Umwandlung einer konkreten Farbe zwischen einem Eingabegerät (Kamera) und einem auf einem anderen Prinzip arbeitenden Ausgabegerät (Druckmaschine) auf einer Art, dass sich der Farbton inzwischen nicht geändert wird.

Das bedeutet vereinfacht, dass das entsprechende Farbprofil bei jeder Software eingestellt werden muss, die an der Verarbeitung und Kommunikation der Farben teilnimmt (Photoshop, InDesign, Acrobat).

Hilfe zur Installation von ICC-Farbprofilen finden Sie hier.



Auswählen von ICC-Farbprofilen mit entsprechendem Ausgang

Bei der Reproduzierung in der Druckerei ist es immer wichtig, dass das ICC-Farbprofil in unseren Programmen immer entsprechend der jeweiligen Drucktechnologie und dem Druckträger (Papier) eingestellt wird. Da es zum Offsetdrucken mit Kenngrößen entsprechend der Norm ISO 12642-2 kommt, müssen dieser Norm entsprechende Farbprofile verwendet werden. Die der Norm entsprechenden ICC-Farbprofile nach Standardpapier-Typen finden Sie hier.

ICC ProfilPapierklassePapierkategorie
PSO Coated v3 (FOGRA51)Coated papier
PS 1
PSO Uncoated v3 (FOGRA52)Uncoated papier
PS 5
PSO LWC Improved (ECI)LWC Plus
PS 2

Colormanagement-Einstellungen

In jeder professionellen Software, die zur Vorbereitung für die Verwendung in der Druckerei geeignet ist, kann man zu den vom Betriebssystem verwalteten Farbmanagement-Einstellungen zugreifen. In diesen Einstellungen können außer der Auswahl von ICC-Farbprofilen auch Einstellungen geändert werden, die einen wesentlichen Einfluss auf die Farbzerlegung unserer Dateien, bzw. den am Monitor dargestellten Farbton haben können. Natürlich können die Darstellungseinstellungen auf unserem Monitor nur dann entsprechend angezeigt werden, wenn der Monitor mit Hilfe von einem Messgerät (Spectrophotometer) kalibriert ist.

Bei Adobe-Softwares (Photoshop, InDesign, Illustrator) können die zentralen Farbmanagement-Einstellungen unter dem Menüpunkt Edit > Color Settings… erreicht werden.

CMM setup

 

Empfohlene Einstellungen: 
1: Working space RGB
Farbprofil des Arbeitsbereiches, wenn in RGB-Farbmodus gearbeitet wird. Im Allgemeinen ist das Adobe RGB oder sRGB.


2: Working space CMYK

Farbprofil des Arbeitsbereiches, wenn in CMYK-Farbmodus gearbeitet wird. Hier muss das der Ausgabe entsprechende ICC-Farbprofil eingestellt werden (Drucktechnologie). Wichtig! Es gibt keine einzige gute Einstellung. Es soll immer ein Farbprofil verwendet werden, das der Herstellungstechnologie des betreffenden Produktes und dem betreffenden Druckträger (Papier) entspricht!


3: Color Management Policies CMYK

Bei Verwendung der Einstellung ‘Convert to Working Space’ werden unsere CMYK-Farbraum benützenden Elemente gemäß dem Farbprofil, das auf den Arbeitsbereich eingestellt ist, umkonvertiert.


4: Color Management Policies
Es wird empfohlen, in alle drei Boxen einen Haken zu setzen, weil uns das Programm in diesem Fall warnt, wenn zum Beilspiel bei Öffnen oder Einfügen von Bildern der Farbraum dieser Bilder vom Farbraum unseres Arbeitsbereiches abweicht. Unter Umständen fehlt das Farbprofil, so kann nicht festgestellt werden, ob es sogar gegen unseren Willen zur Farbkonversion kommt.

Bridge5

Nachdem die oben im Fenster Color Settings erstellten Einstellungen gespeichert (Save…) worden sind, können diese in unser Programm Adobe Bridge importiert werden, so können die Konversionen des Colormanagementes unserer Bilder auch zentral verwaltet werden.

 

 


Colormanagement beim Schreiben der PDF-Datei

Es ist wichtig, dass die Einstellungen für die Farben nicht nur während des Editierens unserer Datei, sondern auch bei dem Schreiben unserer PDF-Datei richtig sind. Beim Speichern einer PDF-Datei können spezielle Einstellungen in Kraft treten, die das bisherige Ergebnis unserer Farbverwaltung überschreiben können, deshalb ist es sehr wichtig, dass auch in diesem Schritt alles richtig eingestellt wird.

Diese Einstellungen sind im Falle von Adobe-Softwares (InDesign, Photoshop, Illustrator) in der Sektion Output zu finden, die im Fenster beim Speichern der PDF-Datei erscheint.

 

CMM save
Empfohlene Einstellungen:

1: Color Converison
Wenn hier die Möglichkeit ‘Convert to Destination’ ausgewählt wird, dann werden beim Speichern der PDF-Datei alle Elemente der Seite entsprechend dem Ausgabefarbprofil (Destination) zerlegt, auch wenn das bei dem Editieren nicht vorgenommen wurde.


2: Destination

Das Ausgabefarbprofil. Hier muss das der jeweiligen Ausgabe entsprechende ICC-Farbprofil eingestellt werden (Drucktechnologie). Wichtig! Es gibt keine einzige gute Einstellung. Es soll immer ein Farbprofil verwendet werden, das der Herstellungstechnologie des betreffenden Produktes und dem betreffenden Druckträger (Papier) entspricht!


3: Profile Inclusion Policy

Hier kann über das Einbetten des Farbprofils in die Datei entschieden werden. (Bei Verwendung von bestimmten PDF/X-Normen wird das Farbprofil zwingend eingebettet.) Grundlegend kann man sagen, dass das Einbetten des Farbprofils hinsichtlich der Technologie nicht unbedingt nötig ist (wenn das verwendete Farbprofil sonst richtig war), aber in solchen Fällen kann die Richtigkeit des Farbprofils an der Empfangsseite mangels Einbettens nicht kontrolliert werden. Also wegen der Durchsichtbarkeit der Farbkommunikation ist es zweckmäßig, das Farbprofil einzubetten, damit die empfangene Seite es prüfen und das eingebettete Profil in nicht entsprechendem Fall zur Farbkonversion verwenden kann.


Farbechte Darstellung bei dem Editieren

Natürlich können wir das Beste aus den (den Produktionskenngrößen, in erster Linie dem Papier entsprechenden) Möglichkeiten betreffs der Farben nur dann herausholen, wenn wir die Auswirkungen unserem Editieren auf das Endergebnis beim Editieren schon laufend sehen und verfolgen können. Also im Falle eines betreffs des Colormanagementes entsprechend eingestellten Photoshop Programms kann man die ideale Farbeinstellung für ein bestimmtes Bild finden, aus der auf dem jeweiligen Papier das Beste herausgeholt werden kann. Deshalb ist es wichtig, dass unsere Einstellungen nicht nur für die Farbzerlegung in Ordnung sind, sondern man soll sich in den Programmen auch mit den Einstellungen für die Darstellung beschäftigen. Bei Adobe Produkten (Photoshop, InDesign, Illustrator) unter dem Menüpunkt View.

CMM proof color

Empfohlene Einstellungen:

1: Proof Colors
Hier soll immer ein Haken gesetzt werden! In diesem Fall führt das Programm auf Grund unseres eingestellten ICC-Farbprofils nicht nur die Zerlegung / Kodierung der Farben durch, sondern es wird auch die Darstellung auf dem Monitor entsprechend dem Farbprofil vorgenommen. (Bei entsprechend kalibrierten Monitoren.)

 

2: Proof Setup > Custom
In diesem Menüpunkt können wir unsere farbechte Darstellung anpassen. Siehe nächstes Bild.

 

CMM proof setupEmpfohlene Einstellungen:

1: Device to Simulate
Hier muss man das ICC-Farbprofil angeben, das das Farbverhalten des zu simulierenden Ausgabemittels beschreibt. Also immer das Farbprofil, das dem jeweiligen Papier des Druckproduktes entspricht!

 

2: Display Options – Simulate Paper Color
Hier soll immer ein Haken gesetzt werden. Ohne den Haken wird der weißeste Punkt auf dem Produkt nicht dem Weißen des Druckpapiers, sondern der meist weißen Farbe des Monitors entsprechen. Das kann unsere Farbwahrnehmung grundlegend verändern.


Farbechte Darstellung der fertigen PDF-Datei

Vor der Abgabe in der Druckerei ist es immer empfehlenswert und nützlich, die geschriebene PDF-Datei auf Inhalt, Technologie und natürlich betreffs der entsprechenden Farben zu kontrollieren. Auch bei Verwendung von Adobe Acrobat Professional haben wir durch die Verwendung des dem Papier des Produktes entsprechende Farbprofil die Möglichkeit zur Anpassung unserer Einstellungen zur farbechten Darstellung(View > Tools > Print Production > Output Preview).

CMM overprint preview
Empfohlene Einstellungen:

1: Simulation Profile
Das ICC-Farbprofil zur farbechten Darstellung. Wichtig! Es gibt keine einzige gute Einstellung. Es soll immer ein Farbprofil verwendet werden, das der Herstellungstechnologie des betreffenden Produktes und dem betreffenden Druckträger (Papier) entspricht!

 

2: Simulate  Overprinting
Hier soll immer ein Haken gesetzt werden, da das Programm in diesem Fall in der Darstellung die beim Editieren eingestellten überdruckenden Eigenschaften der Objekte berücksichtigt. Dadurch können die wegen Überdeckung / Maskierung des entsprechenden Objektes bei dem Endergebnis nicht erwünschten, visuellen Effekte kontrolliert werden.

 

3: Simulate Paper Color
Hier soll immer ein Haken gesetzt werden. Ohne den Haken wird das Acrobat nicht die weiße Farbe des Druckpapiers, sondern die meist weiße Farbe des Monitors als weißesten Punkt darstellen. Das kann unsere Farbwahrnehmung grundlegend verändern.

 

 

 

 

Betreffs des Colormanagementes können Sie weitere Informationen und praktischen Vorschläge in Form von herunterladbarer PDF-Datei (englisch) lesen.