Dateifehler

Wir möchten darauf konzentrieren, dass eine Abgabe der eventuell fehlerhaft, oder unvollkommen abgegebenen Materialien vermieden wird. Dadurch können Zeit und nicht zuletzt Kosten und Ärger bei den immer kürzer werdenden Produktionsprozessen gespart werden.

Deswegen möchten wir mit unserer Behelfsbeschreibung für PDF-Dateien, sowie mit unserer die Kontrolle der gefertigten PDF-Dateien unterstützenden Behelfsbeschreibung zur Kontrolle von PDF-Dateien eine Hilfe geben. Leider ist es wegen der Komplexität der PDF-Dateien auch mit diesen Mitteln nicht leicht, die öfters vorkommenden PDF-Dateifehler auszusortieren oder zu reparieren, deshalb ist es zweckmäßig, darüber im Klaren zu sein, und die Ursachen dafür bereits in der Quelldatei zu beseitigen.

 

Am öftesten vorkommende Fehler in den Dateien, und deren Auswirkungen

Problem Mögliche Wirkung Verbesserbar Mehraufwand Freigabe benötigt
 1. Niedrige Auflösung Pixeliger Druck Nein Ja Unreparierbares Material, es kann kein entsprechendes Produkt gefertigt werden
 2. Fehlender Ausläufer Schnittproblem Nein Ja
 3. Nicht eingebetteter Zeichensatz Charakterverlust Nein Ja
 4. Überflüssige Hilfsmarken Schnittproblem Nein Ja
 5. Schlechte Stanzkonturseparierung Stanzproblem Nein Ja
 6. Nicht identifizierbare Seite Schlechte Seitenfolge Nein Ja
 7. Schnittnaher Inhalt Schnittproblem Nein Ja
 8. Schlechte Farbzerlegung Druckbarkeitsproblem Ja Vorhanden Ja Reparierbares Material, ist aber vorstellbar, dass das Ergebnis von den Erwartungen des Auftraggebers abweichen wird
 9. Undefinierter Schnitt Abmessungsabweichung Ja Vorhanden Ja
 10. Unrichtige Seitenabmessung Abmessungsabweichung Ja Vorhanden Ja
 11. Kein entsprechender Farbraum (RGB) Abweichende Farbe Ja Vorhanden Ja
 12. Kein entsprechender Farbraum (ICC) Abweichende Farbe Ja Vorhanden Ja
 13. Schlechter Überdruck (schwarz, Stanz) Druckbarkeitsproblem Ja Vorhanden Ja Material ist im Interesse der Druckbarkeit zu korrigieren
 14. Dünne Linien aus 4 Farben Druckbarkeitsproblem Ja Vorhanden Ja
 15. Zu große Gesamtfarbausfüllung Druckbarkeitsproblem Ja Vorhanden Ja

 

1.   Niedrige Auflösung


Die Bilder (Fotos) unter Auflösung von 150 dpi werden als Bilder von niedriger Auflösung betrachtet. Diese sind zu vermeiden, da es nichts bringt, wenn ein Bildmaterial mit der Auflösung von 72 dpi auf dem Bildschirm gut aussieht, aber es enthält für die Drücke von hoher Auflösung (sogar 2400 dpi) keine genügende Information über die Einzelheiten. In solchen Fällen kann die sogenannte Verpixelung beobachtet werden, die die Genießbarkeit des Fertigproduktes sehr verschlechtern kann. Es ist deshalb wichtig, dass entsprechendes Bildmaterial ausgewählt wird, nämlich wenn ein Bild von vornherein schon keine genügenden Einzelheiten enthält (zum Beispiel beim Herunterladen vom Internet), wird das Ergebnis nicht besser, auch wenn die Auflösung in einem Bildeditierprogramm höher gestellt wird.

 

2.   Fehlender Ausläufer


Das Fehlen vom Ausläufer kann bei Grafiken, die bis an den Rand der Seite auslaufen, zu Schnittproblemen führen. In diesem Fall muss nämlich eine größere Fläche gedruckt, und diese kleiner geschnitten werden, damit das Auftreten eines flackernden weißen (ungedruckten) Teiles wegen der Schnittungenauigkeit vermieden werden kann. Wir bitten, das Vorhandensein des Ausläufers in der fertigen PDF-Datei immer zu kontrollieren, und die Seitengeometrie der Datei mit Hilfe der entsprechenden Einstellungen der Trimboxabmessungen einzustellen. Das Maß des vorgeschlagenen Ausläufers soll 5 mm, und bei Deckplatten 15 mm betragen!

Tipp: Schon bei Beginn der Fertigung von Druckausgaben sollen Sie den Ausläufer (bleed) entsprechenden Maßes im Editierprogramm einstellen, um damit zusammen planen zu können, und sich damit nicht nachher beschäftigen zu müssen.

 

3.   Nicht eingebetteter Zeichensatz


Da das RIP-Programm die PDF-Datei bei der Verarbeitung und auf Zerlegung auf Raster genau verstehen muss, ist es sehr wichtig, dass die PDF-Datei alle dazu benötigten Informationen hat. Eine sehr wichtige von diesen Informationen ist die Information betreffs den verwendeten Zeichensätze. Da die PDF-Datei als eine geschlossene Datei betrachtet wird, muss sie alle zum Verstehen benötigten Informationen eingebettet enthalten. Für das Einbetten von Zeichensätzen gibt es zwei Alternativen, von denen beim Schreiben der PDF-Datei gewählt werden muss. Teilweises Einbetten (subset), wenn nur die tatsächlich benützten Zeichen eingebettet werden, bzw. das Einbetten des ganzen Zeichensatzes. Eine dritte Möglichkeit ist, durch deren Benutzung Fehler wegen Zeichenprobleme mit großer Sicherheit vermieden werden können, ist die Umwandlung der Texte zu Kurven nach dem Editieren. In diesem Fall werden die Texte in der Datei nicht als Zeichen, sondern als Vektorobjekte kodiert.

 

4.   Überflüssige Hilfsmarken

Bei Bogenoffsetverfahren sind einige von den Editierprogrammen beim PDF-Schreiben optionsweise gesetzten Hilfsmarken vollkommen überflüssig, da es bei der Fertigung nicht seitenweise, sondern bogenweise zum Drucken kommt, deshalb verwendet unsere Druckerei zur Einstellung der Farbbelastung und auch für die Passermarken eigene Hilfsmarken, die von den vom Editierprogramm angebotenen Marken abweichen. Diese überflüssigen Marken sind vielmehr vom Nachteil, da sie durch ihr Erscheinen oft wichtige Millimeter von den Ausläufern der Seite wegnehmen, die hinsichtlich des Produktionsverfahrens zwingend erforderlich sind.

Tipp: Beim Schreiben der PDF-Datei kann die Benutzung von automatischen Marken ausgeschaltet werden (Marks and Bleeds). Außer den Schnittmarken (Crop marks) sollen Sie keine anderen Marken verwenden!

 

5.   Schlechte Stanzkonturseparierung

Bei gestanzten Produkten ist es wichtig, dass die zur Fertigung des Stanzwerkzeuges benötigte Stanzkontur der Grafik entsprechend angepasst wird, und in der Datei davon gleichzeitig einfach abgetrennt werden kann, da beim Drucken auf dem Abdruck nichts von den Elementen der Stanzkontur dargestellt werden darf. Das kann am einfachsten sichergestellt werden, wenn die Elemente der Stanzkontur auf einen getrennten (beim Drucken nicht benutzten) Direktfarbkanal gesetzt wird. Weiterhin ist es wichtig, dass die Konturelemente auf Überdrucken (overprint) gestellt werden, so kann sichergestellt werden, dass die Stanzkontur als Negativ auch nach Abschaltung der das Stanzen enthaltenen Separierung nicht übrigbleibt.

Tipp: Bitte kontrollieren Sie die Einstellung der Stanzkontur in der fertigen PDF-Datei durch Abschalten des die Stanzkontur enthaltenen Farbkanals in Adobe Acrobat Pro Output Preview.

 

6.   Nicht identifizierbare Seite

Die Seiten sind schwer zu identifizieren (wodurch die entsprechende Reihenfolge der Seiten gefährdet wird), wenn die Druckausgabe keine Seitennummer enthält und das genaue Unterkommen einer bestimmten Seite auf Grund der Namen der abgegebenen Dateien nicht eindeutig ist. Das ist der Grund, dass Sie auf die eindeutige Benennung der Dateien verstärkt achten müssen, wenn alle Seiten einer ganzen Druckausgabe nicht in einer einzigen PDF-Datei abgegeben wird! Zum Beispiel beliv15-38.pdf, beliv39-45.pdf.

 

7.   Schnittnaher Inhalt

Die roten Linien auf dem Bild zeigen die Lage des Schnittes. Es ist gut erkennbar, dass die Inhaltselemente in einem Fall zu nahe der Schnittposition liegen. In diesem Fall besteht die Gefahr, dass wegen der aus der Technologie ergebenden Schnittschwankungen von 1-2 mm einige wichtige Seitendetails abgeschnitten werden. Deshalb lohnt es sich, die nicht zum Auslaufen bestimmten wesentlichen Inhaltselemente mindestens 3-4 mm weit von den zukünftigen Schnittstellen zu platzieren.

 

8.   Schlechte Farbzerlegung

Da die richtige Separation der Farben in erster Linie von den Kenngrößen des zu erzeugenden Produktes bestimmt wird, kommt es meistens dann zur nicht entsprechenden Farbzerlegung, wenn die erhaltene Datei nicht die in der Bestellung bestimmten Farbkanäle enthält. Also die abgegebene Datei für Produkte, die auch mit mindestens einer direkten Farbe (Pantone) zu drucken sind, ist nicht entsprechend, wenn in der Datei alle Elemente auf CMYK-Werte zerlegt sind. Es ist auch nicht entsprechend, wenn in der Datei eines mit CMYK zu druckenden Materials zufällig ein Direktfarbkanal übrig bleibt. Bei Produkten mit einer Farbe (zum Beispiel nur schwarzer Text) ist es auch noch ein oft vorkommender Fehler, dass in der Datei irgendein Element übrig bleibt, das CMY-Farbausfüllung hat.

Tipp: Es lohnt sich, die fertige PDF-Datei vor Abgabe zuerst immer mit Output Preview des Programms Adobe Acrobat Professional zu prüfen, ob sie den Erwartungen wirklich entspricht.

 

9.   Undefinierter Schnitt

Es ist unerlässlich, dass die Lage des Schnittes in den Dateien genau bestimmt wird, da das abgegebene grafische Material mit den Ausläufern größer, als die endgültige geschnittene Abmessung ist, deshalb ist es nicht egal, wo es zum Schneiden kommt. Zur Bestimmung des Schneidens gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Im ersten Fall kann die Schnittstelle durch eine gezeichnete Schnittmarke angezeigt werden, jedoch ist das nicht die beste Lösung, unter Anderem, weil die Hilfsmarken von Fall zu Fall den „Auslauf vermindern“ (wie im Punkt 4 geschrieben). Es ist besser, die entsprechende Einstellung des Trim-Boxes als Metadaten der PDF-Datei zuzufügen, wodurch die Schnittstelle eindeutig angezeigt werden kann. Diese eingestellte Trim-Box-Abmessung können auch die PDF Workflowsoftwares der Druckereien verstehen, und die Schnittmarken automatisch immer in die entsprechende Position zu setzen.

Tipp: Die Abmessung des Dokuments (page) im Programm zum Umbrechen soll immer mit der endgültigen geschnittenen Abmessung übereinstimmen, so kann die entsprechende Einstellung des Trim-Boxes auf einfache Weise sichergestellt werden.

 

10.   Unrichtige Seitenabmessung

Als nicht entsprechende Seitenabmessung werden die Dateien betrachtet, in denen die in der Datei bestimmte endgültige geschnittene Abmessung von der Abmessung abweicht, die für uns in der Bestellung abgegeben wurde. Und natürlich auch im Falle, der im Punkt 9 beschrieben wurde (undefinierter Schnitt), wenn die genaue Lage des Schnittes in der Druckausgabe nicht eindeutig festgestellt werden kann.

 

11.   Kein entsprechender Farbraum (RGB)

Die Druckmaschinen arbeiten im CMYK-Farbsystem, deshalb müssen auch die zu drückenden Bilder nach solchem CMYK-Farbsystem kodiert sein. Die Kameras und Monitore arbeiten im RGB-Farbsystem, deshalb müssen die Bilder in dem endgültig abgegebenen Material vom RGB-Farbraum zu CMYK konvertiert werden. Da die durch die beiden Farbsysteme darstellbaren Farben voneinander abweichen, kann es bei der Konvertierung zu Farbänderungen kommen, deshalb ist es sehr wichtig, dass die Konvertierung nicht in der Druckerei vorgenommen wird, sondern in der Anfangsphase der Bildbearbeitung, damit die Einstellung der Farben im entsprechenden Farbraum durchgeführt wird.

Tipp: Bei Farbkonversion bitte immer auf die richtige Farbprofileinstellungen achten! Ein schlecht eingestelltes ICC-Farbprofil kann zu falscher Farbzerlegung führen! Siehe die im Punkt 12 Beschriebenen (Kein entsprechender Farbraum (ICC).

 

12.   Kein entsprechender Farbraum (ICC)

Der Farbraum entspricht nicht den Anforderungen, wenn es zur Farbzerlegung nicht entsprechend dem Druckverfahren oder nicht auf Grund der dem ICC-Farbprofil entsprechenden beim Drucken verwendeten Papier gekommen ist. Über die entsprechenden Farbprofile finden Sie weitere Informationen auf unserer Webseite unter dem Menüpunkt Colormanagement/ICC Színprofilok Es ist ein häufiger Fehler, dass es durch Beibehaltung der Voreinstellungen im Photoshop mit dem U.S. Web Coated (SWOP) Profil zur Farbzerlegung kommt, die dann nicht nach europäischen Normen durchgeführt wird, und zu unerwarteten Farbabweichungen führen kann.

Tipp: Wenn die Datei auf entsprechend kalibriertem Monitor angeguckt wird, können die Farben des Drucks durch Verwendung von entsprechendem Farbprofil sehr gut simuliert werden, so können die Bilder im Interesse der besten Darstellung noch in der Retuschierphase korrigiert werden.

 

13.   Schlechter Überdruck (dünne Linien, Stanz)

Ein graphisches Element wird als übergedruckt (overprinted) bezeichnet, wenn es auf die Ausfüllung der mit ihm in Überlappung stehenden (darunter liegenden) sonstigen Objekte keinen Einfluss hat. Wenn etwas nicht übergedruckt ist, dann wird es die anderen Objekte „ausschlagen“ (knock out). Beide Fälle können gut und schlecht sein, was von der gegebenen Situation, bzw. von der gewünschten visuellen Wirkung abhängen kann. Es ist aber sehr wichtig, dass die Anpassung von nicht übergedruckten Elementen wegen der Papierdehnung auch ungenau sein kann, deshalb ist es zweckmäßig, schwarze Texte von niedrigerer Stufe, dünne Linien, Barcode, usw. immer auf übergedruckt zu stellen, wenn sie irgendwelche andere Objekte decken! Dabei ist die Einstellung von weißen Objekten auf übergedruckt zu vermeiden, weil sie in diesem Fall beim Drucken verschwinden würden! Bei Stanzkonturen ist es besonders wichtig, dass die Elemente des Stanzens immer auf übergedruckt (overprint) gesetzt werden!

Tipp: Zur Vermeidung von unerwarteten Fällen sollen Sie die Darstellungsart Overprint Preview in ihrem grafischen Programm immer einschalten, die das Endergebnis der überdruckenden Einstellungen simulieren kann.

 

14.   Dünne Linien aus 4 Farben

Beim Offsetdrucken kommen die einzelnen Farbauszüge (CMYK) in der Druckmaschine nacheinander aufs Papier, deshalb muss besonders auf eine vollkommene Anpassung der einzelnen Farben geachtet werden. Wegen der Art des Verfahrens kommt der Abdruck auch mit Feuchte in Berührung, deshalb können bestimmte Bildelemente auf die Farbanpassung und eventuelle Papierdehnungen besonders empfindlich sein. Solche Elemente sind die dünnen Linien aus mehreren Farben (CMYK-Farben aufeinander gedruckt), oder negative dünne Linien in Flächen, die sich aus mehreren Farben zusammensetzen.

Tipp: Im Interesse einer besseren Bedruckbarkeit sollen Sie die Benutzung von dünneren Linien als 0,2 pt aus mehreren Farben oder ins Negativ eingedreht vermeiden. Das gilt besonders für dünne Buchstaben aus mehreren Farben oder von niedrigeren Stufen.

 

15.   Zu hohe Gesamtfarbdeckung

Bei der Bogenoffset-Technologie darf das prozentige Gesamtausfüllungsverhältnis der übereinander gedruckten Farbauszüge (CMYK) im idealen Fall nicht über 280% liegen. Eine Gesamtdeckung über 300% bringt schon ernsthafte Druckbarkeitsprobleme. Wir bitten Sie deshalb, sich auf die Benutzung von Bildelementen dieser Art zu verzichten. Wenn tiefschwarzer Druck auf großer Fläche benötigt wird, schlagen wir vor, diese Flächen mit einer Deckung K:100% + C:40% zu versehen.

Tipp: Sie können die Farbzerlegung (Gesamtdeckung) der einzelnen Flächen in der fertigen PDF-Datei mit Hilfe des Menüpunktes Tools/Print Production/Output Preview im Adobe Acrobat Pro einfach kontrollieren.